Kranker Junge mit Teddibär

Wer informiert ist, kann sein krankes Kind besser pflegen

Die häufigsten Kinderkrankheiten im Überblick

Gesundheit Jedes Kind ist einmal krank – wer informiert ist und richtig reagiert, kann sich viele Sorgen und Pflegestunden ersparen. Wir haben die häufigsten Kinderkrankheiten aufgelistet und verraten Ihnen, wie man ihnen entgegenwirken kann.

Sybille Brütsch-Prévôt

Sybille Brütsch-Prévôt

Hautpflege: Nicht nur im Winter wichtig

Die Haut ist das grösste Organ des Menschen. Gerade in der kalten Jahreszeit bedarf sie ganz besonderer Pflege, damit wir uns wortwörtlich wohl in unserer Haut fühlen. Meistens reicht es aus, wenn man für ausreichend Feuchtigkeit und Durchblutung sorgt.

Weil sich die Talgproduktion in den wärmeren Monaten wieder normalisiert, machen die schweren, fettreichen Wintercremes den leichten, feuchtigkeitsspendenden Sommercremes Platz. Bei sehr trockener Haut sind Ampullenkuren ideal, weil sie die Haut mit einer Extraportion Pflege versorgen.

Oder verwöhnen Sie sich und Ihre Familie mit einer selbstgemachten Gesichtsmaske: Eine Banane zerdrücken, mit einem Esslöffel Quark verrühren und auf das gereinigte Gesicht auftragen. 15 Minuten einwirken lassen und sich über das gepflegte und frische Hautgefühl freuen! Die Fruchtsäure der Banane wirkt wie ein natürliches Peeling, das die abgestorbenen Hautschüppchen entfernt. Und der Quark wirkt rückfettend und erfrischend.
 
Kind und Mutter mit Gesichtsmaske
 

Wilde Blattern: So bekämpfen Sie den Juckreiz

Ist Ihr Kind übersät von kleinen, roten Bläschen, die zudem noch tierisch jucken? Dann liegt der Verdacht nahe, dass Ihr Sprössling an den Wilden Blattern (auch Windpocken) leidet. Eine leicht übertragbare Krankheit – neun von zehn Kindern stecken sich beim Kontakt mit erkrankten Gleichaltrigen an. Dafür ist nicht einmal Körperkontakt nötig, die Wildern Blattern gehören zu den sogenannten «fliegenden Infektionen», sind also auch auf dem Luftweg übertragbar.

Ein Kind ist bereits hoch ansteckend, bevor die Krankheit überhaupt ausgebrochen ist. Meist leiden die Betroffenen auch an Fieber. Neugeborene und Säuglinge bis etwa zum dritten Lebensmonat können die Wilden Blattern noch nicht bekommen, wenn die Mutter die Krankheit bereits durchgemacht hat. Denn die Krankheit kann nur einmal vorkommen, danach ist man immun.

Den Juckreiz lindert man am besten mit Puder oder Gel. Damit wird verhindert, dass Kinder ihre Blasen aufkratzen – das kann bleibende Narben nach sich ziehen. Auch leichte Kleidung und eine kühle Umgebung – besonders im Sommer – können helfen. Darum sollte in dieser Zeit auch auf heisse Bäder verzichtet werden.

Gegen das Fieber hilft ein fiebersenkendes Medikament, weitere Arzneimittel sind meist nicht nötig. Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren, die die Wilden Blattern noch nicht durchgemacht haben, wird eine Impfung empfohlen. Denn eine Erkrankung im Erwachsenenalter kann heftiger ausfallen.
 
Kind beim Arzt
 

Masern: Der Kampf gegen die Pusteln

Was mit einer Erkältung beginnt, endet mit hohem Fieber, einer Bindehautentzündung, einem typischen Ausschlag, Husten und Kopfweh: Masern sind eine langwierige Krankheit. Praktisch jeder, der mit einem Erkrankten Kontakt hat, steckt sich an – Masern sind sehr leicht übertragbar.

Der Ausschlag beginnt meist hinter dem Ohr und übersät in Form von kleinen, roten Flecken von da aus den ganzen Körper. Bei unkompliziertem Krankheitsverlauf sind Medikamente nicht nötig – höchstens bei sehr starkem Fieber. Meist genügt es, sich reichlich auszuruhen und viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Verharmlosen darf man die Masern trotzdem nicht: Die Krankheit kann das Immunsystem eines Kindes stark schwächen, sodass es anfällig wird für weitere Infektionen. So kann es zu Durchfall, Mittelohr-, Augen- oder gar Lungenentzündungen kommen. Zurzeit wird in der Schweiz ein Impfobligatorium diskutiert, denn nur rund 80 Prozent der Bevölkerung sind gegen Masern geimpft.

Experten rechnen daher in ein paar Jahren mit einer Masernepidemie. Wer die Krankheit einmal durchgemacht hat oder dagegen geimpft wurde, ist sein Leben lang immun. Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) sollte vor dem zweiten Geburtstag gemacht werden – anschliessend sind zwei weitere Impfdosen nötig.

Scharlach: So reagieren Sie schnell genug

Scharlach zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten, weil er vorwiegend im ersten Lebensjahrzehnt auftritt. Die Krankheit ist durchaus ernst zu nehmen, behandelt man sie nicht, kann dies schwerwiegende Spätfolgen nach sich ziehen. Anstecken kann man sich über die Atemwege, aber auch über infizierte Gegenstände. Ist die Krankheit also überstanden, sollten die Plüschtiere des Kindes unbedingt gewaschen werden.
 
Junge im Bett mit Fieber
 

Die Symptome von Scharlach kommen plötzlich: Sehr hohes Fieber, Kopfschmerzen, starke Halsschmerzen sowie Husten. Der Hals verfärbt sich rot – scharlachrot, wie der Name schon sagt. Die Zunge ist weisslich belegt, nicht selten klagen Betroffene über Übelkeit. Spätestens drei Tage nach Eintreten der ersten Symptome sieht man auch den für Scharlach typischen Hautausschlag – vor allem um die Achseln, an der Brust, in der Leistengegend und an den Oberschenkeln. Juckreiz ist jedoch kaum vorhanden.

Rund drei Wochen später beginnt sich die Haut dann vorwiegend an den Handflächen und Fusssohlen zu schälen. Bei Verdacht auf Scharlach sollte zwingend ein Arzt aufgesucht werden, der nach einem Rachenabstrich die definitive Diagnose stellen kann. Danach wird die Krankheit mit Antibiotika, fiebersenkenden Medikamenten und Mitteln gegen Halsschmerzen bekämpft. Das Kind sollte in dieser Zeit – trotz Schmerzen beim Schlucken – genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.