W_Gesundheitsfoerderung_zit_RGB

Gesunde und glückliche Kinder lernen besser

Gesundheit Die meisten Kinder und Jugendlichen in der Schweiz sind gesund. Allerdings häufen sich Übergewicht und psychische Beschwerden wie Stress, Unlust und Müdigkeit. Eltern können einen wichtigen Beitrag leisten, damit auch zuhause und in der Freizeit Gesundheit ihren Stellenwert hat.

Titus Bürgisser

Gesundheit und Lernerfolg hängen zusammen. Kinder und Jugendliche lernen am besten, wenn sie sich in der Schule wohl fühlen und gleichzeitig angeregt und gefordert werden. Gesundheitsförderung ist eine Haltung, welche auf die konkrete Ausgestaltung der Schule und des Unterrichts Auswirkungen hat. Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche Gesundheit nicht nur als Unterrichtsthema lernen sondern im Alltag erleben. So haben sie die Möglichkeit, selbst Kompetenzen zu entwickeln, welche ihnen ermöglichen, gesund zu leben. Gesundheitsförderung ist auch Prävention gegen den Suchtmittelkonsum, der bei den 14- und 15-jährigen Jugendlichen ein bereits besorgniserregendes Ausmass angenommen hat.

Lernen ist Bewegung und Begegnung

Kinder haben den Drang, sich zu bewegen, die Welt zu erleben und zu erfahren. Lernen ist Bewegung, ist Begegnung, ist Kontakt mit der Natur, mit den Elementen, mit konkreten Herausforderungen. Lernen und Gesundheit hängen eng zusammen, das bestätigen viele Studien; genügend Bewegung wirkt sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit, die Motivation, das Selbstvertrauen und das Sozialverhalten aus.

Auch die Ernährung hat Auswirkungen auf den Lernerfolg. Kinder ohne Frühstück und Znüni fallen im Verlauf des Morgens in ein Energieloch, das spürbar ist – auch Flüssigkeitsmangel führt zu einer drastischen Reduktion der Leistungsfähigkeit.

Was Eltern tun können

Eltern haben viele Möglichkeiten, die Gesundheit ihrer Kinder zu stärken.

• Der Schulweg ist für Kinder Zeit der Begegnung, der Entdeckung, des Lernens, der Bewegung. Eltern, die ihre Kinder in die Schule fahren, tun ihnen keinen Gefallen.

• Ein ausgewogenes Frühstück hilft, dass die Kinder genügend Energie für einen Schulmorgen haben. Früchte, Nüsse oder Brot sind als Pausenverpflegung besser geeignet als Süssigkeiten.

• Wasser trinken: Hahnenwasser ist das gesündeste und günstigste Getränk. Schulen ermöglichen Kindern, auch im Unterricht genügend zu trinken. Süssgetränke sind für den regelmässigen Konsum problematisch und verursachen zudem Karies.

• Kinder wollen sich bewegen. Gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern in der Freizeit stärken die Beziehung und motivieren die Kinder zu regelmässiger Bewegung.

• Hinhören und Unterstützung bieten: Wenn das Wohlbefinden gefährdet ist, kann sich das unterschiedlich äussern. Eltern, die diese Signale ernst nehmen und mit den Kindern und der Schule ins Gespräch kommen, können auch etwas zur Verbesserung beitragen.

Mobbing wird in den Schulen derzeit stark thematisiert, wobei es nicht verwechselt werden darf mit kurzzeitigen Konflikten, Streitereien oder auch aggressiven Auseinandersetzungen. Hier ist die Schule in der Verantwortung. Das soziale Klima in den Schulen und Klassen ist von grosser Bedeutung. Kinder zeigen unterschiedliche Signale, wenn sie sich in der Schule nicht mehr wohlfühlen oder ihre Gesundheit gefährdet ist. Eltern, die diese Signale ernst nehmen und mit den Kindern und der Schule das Gespräch suchen, tragen zur Problemlösung und Verbesserung bei.


Pädagogische Hochschule Luzern: Zentrum Gesundheitsförderung

Das Zentrum Gesundheitsförderung unterstützt Schulen und Hochschulen dabei, gute Voraussetzungen für Gesundheit zu schaffen und entsprechende strukturelle Massnahmen und Angebote zu entwickeln. Es bietet Weiterbildung und Beratung für Lehrpersonen und Schulleitungen und hat sich auf die Schwerpunkte Gesundheit von Lehrpersonen, Mentale Stärke sowie Gesundheit im Unterricht spezialisiert. Das Zentrum ist national und international vernetzt und arbeitet in mehreren Kantonen und im deutschsprachigen Ausland.

www.phlu.ch/zgf

Druck