469809701

Gutes Essen und viel Bewegung sind essentiell für Kinder

Erziehung Gesund und vernünftig essen kann auch Kindern Spass machen. Will man dies den Zuckermäulern, Nudelfans und Kuchenkaspern vermitteln, muss man aber zu ein paar schlauen Tricks greifen. Und auch für Eltern gilt: Gesund ist besser.

Matthias Mehl

Matthias Mehl

Wohin der junge Mensch auch geht, fast überall locken fertige Esswaren oder Zuckerbomben zum schnellen Konsum. Gleichzeitig warnen Behörden und Versicherungen mit Kampagnen vor den gesundheitlichen Gefahren von Übergewicht, das bei Kindern und Jugendlichen schleichend Überhand nimmt. Der Frage, wie man diesem Trend entgegen wirken und schon mit kleinen Kindern gesund kochen und essen kann, kommt also immer mehr Bedeutung zu. Dabei spielt der Spassfaktor eine wichtige Rolle – denn es gilt, einige klassische Fehler zu vermeiden. So bringt das Verteufeln oder Bewerten von gewissen Lebensmitteln nichts, erst recht nicht, wenn es sich dabei um leckere Zuckersachen handelt. Auch ein Vortrag am Tisch über gesundes Essen verfehle den Zweck, sagt der deutsche Ernährungspsychologe Thomas Ellrott. «Wörter wie ‹gesund› und ‹Ernährung› lösen bei Kindern Widerstände aus.» Sie würden diese Worte oft mit Bevormundung und Zwang assoziieren, sagt Ellrott, und sich erst recht dagegen wehren. Viel wichtiger sei es deshalb, die richtigen Signale zu senden und selber als Vorbild zu gelten.

 

Wer will, dass sich seine Kinder gesund und massvoll ernähren, muss also selber mitmachen.

 

Wer will, dass sich seine Kinder gesund und massvoll ernähren, muss also selber mitmachen, denn laut Ellrott messen Kinder ihre Eltern daran, was sie tun, und nicht daran, was sie sagen. Das funktioniert beim Essen. Das gelingt bei Tischmanieren. Und das gilt erst recht für den Respekt vor dem Essen selbst, ein wichtiges Element, wenn es um die Förderung eines gesunden Essverhaltens geht. Denn immer mehr Jugendliche wissen nicht, woher die Milch im Glas, das Mehl im Brot oder das Ei in der Pfanne stammen, oder was man noch alles damit machen kann. Ein Ausflug auf einen sogenannten Erlebnisbauernhof kann dem abhelfen, genauso wie Kinder-Kochkurse etwa von Bettybossi, der Migros, des Vegetarischen Restaurants Hiltl oder der Stiftung Cocolino.

 

Doch auch zuhause sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Wer dabei Starthilfe braucht, findet beim GU-Sachbuchverlag eine grosse Bücherauswahl fürs Kochen und Backen mit Kindern, oder im Internet mit wenigen Suchbegriffen ein Rezept für jeden Wunsch, sei es für «Fingerfood», «Kinderparty» oder «Regenbogenfrüchte». Dabei gilt:
Aus jedem Fastfood kann man etwas Gesundes machen, es kommt nur auf die Zutaten an – und die Präsentation. Je lustiger und bunter desto beliebter.

 

Denn auch der Ernährungspsychologe Ellrott überzeugt seine Kinder leichter mit dem Satz: «Auf dem Teller sieht es langweilig aus, es fehlen noch andere Farben» – statt mit «Gemüse musst du essen, das ist gesund.»

 

Nur wer vorlebt, ist ein Vorbild

Wie schon angetönt, schauen sich Kinder ihre Essmanieren bei den Eltern ab. Gleiches gilt auch für das Essverhalten. Es ist also sinnvoll, wenn Mama und Papa ebenfalls auf eine gesunde Ernährung achten und einen gesunden Lebensstil vorleben. Hierzu einige einfache Inspirationen.
Es ist wichtig, eiweissreiche Nahrung zu sich zu nehmen und sich an regelmässigen Mahlzeiten zu halten, empfehlen Ernährungsberater. Wer viel Poulet, Fisch oder Tofu kombiniert mit Gemüse, kann ein gutes, gesundes Gewicht halten. In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, dass pro Tag minimum zwei Liter Wasser notwendig sind, um mit genügend Flüssigkeit versorgt zu sein. Eigentlich ist in der Bevölkerung längst bekannt, wie man sich gesund ernähren kann und das viel Wasser gesundheitsfördernd ist. Die Ernährungsberater sind daher nicht nur Experten auf dem Gebiet der gesunden Ernährung. Sie sind zusätzlich Motivatoren und Psychologen.

 

Jeden Tag bewegen

Um langfristig ein gutes Gewicht zu halten und so die Gesundheit zu fördern, ist ergänzend zu ausgewogener Ernährung ein gesundes Mass an Sport ausschlaggebend. Jetzt mögen manche einwenden, dass gerade Eltern schlicht die Zeit fehle dazu.

 

Und klar, niemand erwartet dass eine frischgebackene Mutter zwei Stunden täglich Walken geht. Doch Fitness lässt sich, sobald der Nachwuchs etwas älter ist, einfach in den Alltag einbauen. Experten empfehlen 30 Minuten Bewegung pro Tag. Immer eine Tramhaltestelle früher auszusteigen, trägt schon zu mehr Wohlbefinden bei. Um mehr für die individuelle Fitness zu tun, bieten diverse Einrichtungen abwechslungsreiche Bewegungsangebote an. Allein in der Stadt Zürich gibt es über 50 Fitnesscenter in denen man sich auspowern kann – gewisse führen eigene Kinderkrippen. Während Mutter und Vater also trainieren, können die Kleinen in Ruhe eine Stunde spielen. Doch auch wenn sich die Möglichkeit für Sport wieder bietet: Man sollte es nicht übertreiben. Crosstrainer, Spinningräder und Rudergeräte steigern die Ausdauer und halten fit. Personen die gezielt Muskeln trainieren wollen, müssen bedenken, dass tägliches Krafttraining dem Körper schadet. Wer nicht im Fitnessstudio schwitzen will, hat im Sommer diverse Möglichkeiten, sich draussen zu bewegen. Rollerbladen, Rad fahren und Spazieren sind Bewegungsmöglichkeiten für jedermann und machen bei gutem Wetter zusätzlich viel Spass – das gilt für Gross wie auch Klein.