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Marissa Meyer, die Top-Managerin

Immer selbstverständlicher: Karriere und Kinder

Work/Life Weibliche CEOs zeigen den jungen Frauen von heute auf, wie man es schafft, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Sie gehen mit guten Beispielen voran.

Erik Hefti

Erik Hefti

Ob sich Kind und Karriere vereinen lassen, ist eine Frage, die immer wieder für Diskussionen sorgt. Die einen Frauen sagen, man müsse sich voll und ganz auf die Familie konzentrieren. Die anderen sagen: «Nein, ich muss arbeiten, sonst wird mir langweilig.»
In den höheren Chefetagen hat es sich zu einer Selbstverständlichkeit entwickelt, dass man beides haben kann, wenn man will.

Marissa Meyer Yahoo

Die Chefin von Yahoo, Marissa Mayer ist das jüngste Beispiel dazu. Drei Jahre, nachdem sie einen Sohn auf die Welt gebracht hatte, verkündete sie anfangs September auf Tumblr:

Ich habe aufregende Neuigkeiten, die ich mit euch teilen will – Ich bin schwanger.

Im Dezember erwartet sie Zwillinge. Überraschenderweise nahm Mayer 2012 während ihrer ersten Schwangerschaft den Chefposten bei Yahoo an. Über ihre Schwangerschaft informierte Mayer die Öffentlichkeit jedoch erst nach ihrer Verkündigung, dass sie Chefin von Yahoo werde. Die Geschäftsleitung hatte zwar von einer Schwangerschaft gewusst, doch diese stellte Mayers Fähigkeiten nie infrage.

Darum liess sich die frischgebackene Mutter für das erste Kind, direkt neben ihrem Büro, ein Kinderzimmer einrichten. So setzte sie sich bereits nach zwei Wochen wieder an den Bürotisch und arbeitete weiter als Chefin von über 11’500 Mitarbeitern.

Dieses Mal wird sie das Gleiche tun und lässt in ihrer Mitteilung verlauten:

Es gibt viel zu tun, für meine Familie und für Yahoo. Beides wird harte Arbeit erfordern.

Sich gerade wieder in die Arbeit zu stürzen, muss nichts Schlechtes bedeuten. Diese Meinung teilen auch andere Frauen.

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Starke Frau – starke Kinder

Wenn es der Mutter gut geht, kann es durchaus auch dem Kind gut gehen. Eine Langzeitstudie der Psychologin Rachel Lucas-Thompson konnte genau das bestätigen. Die Studie zeigte auf, dass Kinder, deren Mütter zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr wieder zu arbeiten begonnen haben, keine schlechteren Entwicklungen erlebt haben, als Kinder, deren Mütter nicht arbeiteten.

Im Gegenteil: Mütter, die Familie und Beruf vereinen, sind den heranwachsenden Kindern ein gutes Beispiel, weil sie eine starke Frau zeigen. So haben diese Kinder mehr Vertrauen in sich selbst und trauen es sich auch zu, es ihrer Mutter gleich zu tun.

Ein weiteres grosses Beispiel

Sheryl Sandberg

Sheryl Sandberg schreibt in ihrem Buch «Lean in», dass das frühe Denken an die Familienplanung ein wesentliches Karrierehindernis für Frauen sei. Sie muss es ja wissen: Die Geschäftsführerin von Facebook belegte 2014 den 9. Platz auf der Forbes Liste der mächtigsten Frauen der Welt. Sandberg bekam erst im Alter von 36 und 39 ihre beiden Kinder.

Sandbergs appelliert mit ihrem Buch an die junge Generation von Frauen sich richtig reinzuhängen, denn «Alle Frauen sollen es bis an die Spitze schaffen.»
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen fügte sie hinzu:

Es ist gut, wenn es Mütter gibt, die sich voll und ganz um die Kinder kümmern. Wir brauchen auch die Frauen die sich ehrenamtlich an Schulen oder in anderen wichtigen Bereichen engagieren.

Doch auf die Frage, wer bei den Sandbergs die Wäsche mache, kam eine Antwort, die man bereits von Frauen in solchen hohen Positionen kennt:

Wenn sie Männer auch fragen, ob sie zu Hause abspülen und den Tisch decken, dann sage ich ihnen auch, ob ich das tue. Vorher nicht!

Auch Schweizer Frauen können das

Nicht nur in den USA gibt es solche Vorbilder. Auch Schweizer Frauen zeigen auf, dass sich Familie und Beruf vereinen lassen.

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Suzanne Thoma, ist promovierte Chemieingenieurin an der ETH Zürich und ist seit 2013 Chefin, der Berner Kraftwerke, kurz BKW. Suzanne Thoma hat zwei erwachsene Töchter und ist bereits Grossmutter.
Jasmin Staiblin
Jasmin Staiblin wurde mit 2013 CEO des Schweizer Energiekonzerns Alpiq. Damals war sie bereits Mutter. Mittlerweile hat sie ein zweites Kind bekommen.
Jeannine Pilloud
Jeannine Pilloud, seit 2011 Leiterin vom Personenverkehr der SBB, hat auch zwei Kinder. In ihrer Familie kümmert sich vor allem der Mann um die Tochter und den Sohn.