budget-studieren

Am besten sammelt man die Belege der Einnahmen und Ausgaben

Budgetieren mit Finanz-Apps – Behalten Sie den Überblick über Ihre Ausgaben

Finanzen Der richtige Umgang mit Geld will gelernt sein. Dazu gehört eine stichgenaue Buchführung. Wem diese zu aufwändig ist, kann sich die Arbeit mit Finanz-Apps erleichtern.

Katalin Götz

Katalin Götz

Buchhalterisch lohnt es sich, den «z’Morge» und den «z’Nüni» mitzunehmen. Stattdessen kaufen sich viele Pendler ein Brötchen und einen Coffe-to-go auf dem Weg zu Arbeit.

Am Abend ist es dann viel bequemer, eine Pizza zu bestellen, als selber eine zu backen – wird Essen häufig auf diese «bequeme» Art gegessen, steht am Ende des Monats beim Bankauszug kein gutes Vorzeichen. Etwas läuft nicht so, wie es soll.

Besonders beim Einkaufen von Essen besteht ein grosses Sparpotenzial. Nur sind viele dazu zu bequem, denn Sparen erfordert viel Disziplin. Wer diese jedoch besitzt, beherrscht den richtigen Umgang mit Geld.

Klarheit schaffen

Um seine eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen, sollte man sich als erstes eine Übersicht über die monatlichen Einnahmen und Ausgaben verschaffen. Damit ist ersichtlich, wie es um das eigene Budget steht. Nur eine individuelle Berechnung zeigt verlässlich auf, wie gross das Loch in der eigenen Brieftasche ist. Um diese Löcher zu stopfen gibt es zwei Strategien: Einnahmen maximieren oder Ausgaben minimieren. Ein kluges Budget deckt beide Strategien ab.

Versicherungen, Wohnkosten und Steuern machen dabei etwa die Hälfte der Haushaltskosten aus.

Am besten tut man dies, wenn die Belege der Einnahmen und Ausgaben gesammelt werden. Diese sollten jeweils auf zwei verschiedenen Listen niedergeschrieben werden. Auf Lohnausweisen lassen sich Angaben finden, wie viel man eigentlich einnimmt. Auch in Bescheinigungen für Prämienverbilligungen und Kinderzulagen oder auf der letzten Steuererklärung können Zahlen gefunden werden.

Um herauszufinden, wie viel man effektiv ausgibt, sollte man in einem ersten Schritt sich Gedanken darüber machen, welches die grössten Ausgabeposten sind. In der Schweiz sind dies in der Regel die Versicherungen und die Wohnkosten. Häufig gehen dabei die Steuern vergessen. Wenn die Steuern nicht einkalkuliert werden, kann es vorkommen, dass keine flüssigen Mittel mehr zur Verfügung stehen, wenn diese fällig sind. Um diesen Bezahlungsengpass zu vermeiden, können Steuererklärungen der letzten Jahre einen Hinweis darauf geben, mit welchem Betrag gerechnet werden muss.

Eine Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) hat ein Haushaltsbudget für einen Durchschnitthaushalt von 2.23 Personen ermittelt. Versicherungen, Wohnkosten und Steuern machen dabei etwa die Hälfte der Haushaltskosten aus: Für Versicherungen werden dann monatlich 1700 oder jährlich 20’400 Franken ausgegeben. Für Wohnkosten muss man mit 1400 Franken rechnen. Für Mieter erscheint dieser Wert tief zu sein. Der Grund liegt bei den Besitzern von Wohneigentum. Sie drücken diesen Durchschnittwert stark nach unten.
 
budget-write-list
 

Auch an die kleinen Posten denken

Neben den grossen Posten sollte man sich Gedanken darüber machen, wie viel für Kleider und Essen, Mobilität, Ferien, Weiterbildung, Zahnarzt, Haustiere und Restaurantbesuche ausgegeben wird. Dabei sollte darauf geachtet werden, alle Budgetposten möglichst vollständig zu erfassen. Bei ungeraden Ausgaben, sollte man aufrunden. Auch Unvorhergesehenes sollte man budgetieren.

Für eine genauere Budgetierung sollte man beachten, zu welchen Zeitpunkten man gewisse Zahlungen tätigt: monatlich, vierteljährlich oder einmal im Jahr? Wichtig ist ausserdem zu wissen, welche Zahlungsmittel verwendet werden: Barzahlung, EC-Karte oder Kreditkarte? Ist es ein Dauerauftrag oder ein Lastschriftverfahren?
Auf die Einhaltung des Budgets muss geachtet werden. Jedoch kann dieses von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. Wo kann man Einsparen vollziehen, worauf kann man sogar verzichten?

Wie es um die eigenen Finanzen steht, erkennt man schwarz auf weiss, wenn man die Gesamtausgaben von Gesamteinnahmen abzieht. Bleibt etwas übrig, können Reserven gebildet werden.

Finanz-Apps erledigen die Arbeit

budget ch app

Wem das Eintragen der Zahlen im eigenem Haushaltsbuch und das ständige Kontrollieren zu viel Aufwand ist, kann die ganze Arbeit mit praktischen Finanz-Apps erledigen.

Bei vielen solchen Finanz-Apps für Smartphones kann man die Zahlen schnell eintragen und nach einzelnen Posten sortieren. Wenn man keine Zeit dafür hat, können die Quittungen fotografiert werden, damit sie nicht vergessen gehen. Ausserdem ist es möglich, Sparziele festzulegen. Auf Wunsch können sogar Push-Nachrichten den Benutzer warnen, weniger Geld auszugeben oder auch motivieren sein Sparziel zu erreichen.

Eine solche Finanz-App ist «Budget-Alarm», die von K-Tipp, saldo, und anderen Schweizer Zeitschriften getragen wird. Sie hilft dabei, die finanzielle Situation zu analysieren. Vor allem für junge Erwachsene unter 25 Jahren ist «Budget-Alarm» gedacht und soll ein Bewusstsein für den sinnvollen Umgang mit Geld schaffen.

«Budgetberatung Schweiz» ist eine Finanz-App der gleichnamigen Trägerschaft, die ebenfalls hilft das Budget zu managen. Ein interessantes Feature sind die verlinkten Artikel rund um das Thema «die eigenen Finanzen».

Es kann auch zu viel analysiert werden

So praktisch diese Finanz-App auch sind – man muss die Zahlen immer noch selber eintragen, wenn man Ausgaben getätigt hat. Ausserdem können die vielen Grafiken und Kuchendiagramme, mit denen man eigentlich einen Durchblick erhalten soll, auch ein Desinteresse erzeugen.

Immer ehrlich zu sich selber sein.

Dabei zeigen gerade diese auf, wo sich das Loch in der eigenen Brieftasche befindet. Dies kann ein grosser Schock sein. Wenn diese Loch zu gross wird, können Schuldenberatungsstellen, die dem Kanton unterstellt sind, weiterhelfen. Auch die Caritas bietet einen solchen Beratungsservice an. Um diesen nicht in Anspruch nehmen zu müssen, sollte man die Zahlen verschönern. Die Grundprämisse bei der Budgetierung sollte deshalb stets lauten: Immer ehrlich zu sich selber sein.