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Wandern, Picknick und Kurzferien in der Schweiz – Der Herbst ruft

Ferien Viele flüchteten dieses Jahr vor dem Schweizer Sommer – ein Grund mehr, dafür nun die Herbstferien im eigenen Land zu verbringen. Es lockt eine Vielzahl an tollen Familienangeboten.

Miriam Dibsdale

Der Herbst ist die Zeit des Wanderns – doch gerade für Familien kann sich dies manchmal schwierig oder etwas mühselig gestalten: Kinder erfreuen sich nicht unbedingt nur an einer schönen Herbstlandschaft, sondern brauchen meist zusätzliche Motivation. In den letzten Jahren hat sich diesbezüglich aber einiges getan, wodurch den Eltern viel Aufwand abgenommen wird. Das Wandern wird nämlich gleich viel attraktiver, wenn Tiere dabei sind: Auf einem Kameltrekking im Herzen des Wallis zum Beispiel können Stundenausritte, Tagesausflüge oder gar mehrtägige Touren gemacht werden. Im Baselbiet werden ganzjährlich Wanderungen mit Geissen angeboten. Die Tiere tragen Picknick und Wandersachen im Packsattel, so dass ein Rucksack überflüssig ist. Auch Themenwanderwege werden immer beliebter: Der Wirzweli-Hexenweg am Vierwaldstättersee ist eines von vielen Beispielen; dort lassen sich Kinder ab vier Jahren im Wald auf den Spuren der Kräuterhexe Lizi an 14 verschiedenen Stationen verzaubern. Oder im Linthal auf dem Spiel- und Erlebnisweg, wo die Kleinen durch den Wald hüpfen, ein Schneckenrennen bestreiten und Ausschau nach Linthpiraten halten können. Von Bever nach Spinas im Kanton Graubünden gibt es einen weiteren Märchenweg, der an sechs Stationen vorbeiführt, die einzelne Märchen szenisch präsentieren. Ähnlich präsentiert sich der Skulpturenweg Reinach im Leywald, wo man verwunschenen und geheimnisvollen Märchenwesen wie Hexen, Trollen und Drachen begegnet.

 

Das Wandern wird nämlich gleich viel attraktiver, wenn Tiere dabei sind.

 

Für mehrtägige Ausflüge bieten sich einerseits die Schweizer KidsHotels an, die Kidsclubs und Spielplätze im Freien anbieten. Die Eltern können sich ruhigen Gewissens bei einem Wellnessbesuch verwöhnen lassen, während die Kinder bei den verschiedenen Betreuungsprogrammen viel Spannendes und Aufregendes erleben. Etwas rustikaler sind die Übernachtungsangebote von Agrotourismus Schweiz, wo das Mithelfen auf dem Bauernhof für Klein und Gross auf dem Programm steht. Ein spezielles Erlebnis bieten auch die Mongolen-Jurten auf der Alp Flix im Bündnerland. Eine Jurte kostet bei Einzel- oder Familienbelegung immer gleich viel, und Hunde sind herzlich willkommen.

 

Natürlich gibt es auch viele tolle Alternativen für Indoor-Unternehmungen. Wasserparks wie das Alpamare in Pfäffikon SZ oder BernAqua bieten Badespass für die ganze Familie, das Papa Moll-Kinderbecken sorgt im Innenbereich des Thermalbades Zurzach für leuchtende Augen. In der Römerstadt Augusta Raurica in Augst kann man töpfern und Brot backen, und es gibt Führungen und römische Spielnachmittage für die ganze Familie – die Liste der möglichen Ausflugsziele liesse sich noch lange fortsetzen.

 

Clever unterwegs – Qualität und Service auf Schweizer Raststätten

Gelungene Familienferien beginnen und enden mit einer möglichst stressfreien An- und Abreise. Dies ist allerdings nicht immer ganz einfach, auch wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist. Die Bedürfnisse der Kleinen wie Essen, Bewegung und Unterhaltung machen sich irgendwann bemerkbar, auch wenn clevere Reiseeltern ihre Fahrt so planen, dass die Kinder sie möglichst verschlafen. Fahrtpausen sind natürlich auch für die Erwachsenen wichtig, aber mit kleinen Kindern sollte mindestens alle zwei, mit einem Baby sogar alle anderthalb Stunden eine Rast eingelegt werden. Sinn und Zweck der Pausen ist nicht das Sitzenbleiben im Auto, sondern nebst Toilettengang und Verpflegung besonders auch die Bewegung: Nach dem langen Sitzen sollte die Durchblutung der Beine angeregt werden. Die Qualität der Raststätten in Sachen Service, Familienfreundlichkeit, Hygiene und Gastronomie ist mittlerweile gestiegen – dies belegen auch die ADAC-Tests, die auf europäischen Raststätten regelmässig durchgeführt werden. Generell besteht gerade in Sachen Familienfreundlichkeit in vielen Ländern noch Verbesserungspotenzial. Teilweise fehlen Spielplätze im Aussenbereich, Spielecken, Kinderstühle im Restaurant oder gar Wickelmöglichkeiten. Mit gutem Beispiel voran gehen viele Raststätten in der Schweiz, in Deutschland oder Kroatien: Wickeltische oder separate Wickelräume mit Pflegeprodukten gehören vielfach zur Grundausstattung, teilweise gibt es sogar Zubehör für die Zubereitung von Babynahrung wie Mikrowelle, Fläschchenwärmer, Wasserkocher und Lätzchen. Schweizer Raststätten bieten auch meistens Aussenspielplätze, wo sich die Kinder an der frischen Luft austoben können, bevor die Fahrt weiter geht, und Kinderecken in den Restaurants, wo Malutensilien und Spielzeug auf die Kleinen warten. Auch in punkto Verpflegung ist ein Wandel spürbar: Wo früher noch fast ausschliesslich der Fast Food dominierte, gibt es inzwischen immer mehr Betriebe, die auf Frische und Qualität setzen. Gerade auf Reisen ist das Bedürfnis nach gesunder, vielfältiger Ernährung besonders gross. Deswegen verwenden viele Raststätten in ihren Restaurants mittlerweile hochwertige, saisonale und regionale Produkte – beim sogenannten «Front Cooking» wird das Essen gar direkt vor den Augen des Gastes zubereitet. Auch für Kindermenüs sollte vermehrt darauf geachtet werden, dass frische Produkte verwendet werden und möglichst alle Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben, die für das Wachstum und die Entwicklung der Kleinen wichtig sind. Und wer noch auf der Suche ist nach weiterer Inspiration: «Family Trips»: Die App von Schweiz Tourismus bietet über 1200 Ideen und Vorschläge für Familienausflüge in der Schweiz. Verschiedene Parameter wie Distanz, Wetter, Alter der Kinder etc. schränken die Auswahl ein. Inkl. Empfehlungen für familienfreundliche Unterkünfte.